Wie mein Auto funktioniert

Das wichtigste Teil ist das Überlagerungsgetiebe:

Überlagerungsgetriebe

Das ist ein Planetengetriebe und hat drei Wellen. In dieser Darstellung sind links und rechts die Antriebswellen dargestellt, und nach unten die Abtriebswelle. Die treibt die Räder an. Die Drehzahl der Abtriebswelle ergibt sich aus der Summe der Drehzahlen der beiden Antriebswellen.

Das Überlagerungsgetriebe ist in meinem Auto zusammen mit zwei Elektromotoren und einem Benzinmotor folgendermaßen eingebaut:

Batteriebetrieb

Im Normalfall treibt der Elektromotor M1 über den einen Eingang des Überlagerungsgetriebes die Räder an. Der zweite Eingang ist festgebremst. In diesem Modus steht eine Antriebsleistung von 111kW zur Verfügung.

Batteriebetrieb bei hoher Geschwindigkeit

Ab ca. 80 km/h wird die Drehzahl des Motors M1 so hoch, daß es effizienter ist, den Motor M2 zuzuschalten. Da sich die Drehzahlen von M1 und M2 addieren, kann M1 langsamer laufen.

Die beiden Motoren könnten zusammen 165kW leisten, aber die tatsächliche Leistung dürfte von der Motorregelung oder zumindest von der Batterie begrenzt werden.

Betrieb mit Range Extender

Wenn die Batterie leer ist, wird der Range Extender zugeschaltet. Das ist ein Benzinmotor, der aus Marketing-Gründen nicht so heißen darf. Im Normalfall treibt er M2 an, der als Generator arbeitet und den Strom für M1 bereitstellt. M1 treibt die Räder an.


Betrieb mit Range Extender bei hoher Geschwindigkeit

Bei Geschwindigkeiten über ca. 80 km/h, wenn die Drehzahl von M1 zu hoch wird, kommt der vierte Modus zum Einsatz. Hier wirkt der Range Extender direkt auf das Überlagerungsgetriebe, während M2 als Generator arbeitet und die Leistung für M1 bereitstellt, der das Gegenmoment aufbringt

Der Generator M2 hat nur eine Leistung von 54kW. Auf Dauer kann das Auto im Range Extender-Betrieb also nur 54kW leisten. Wahrscheinlich ist deswegen die Höchstgeschwindigkeit auf 161km/h beschränkt.

Wenn kurzzeitig, zum Überholen oder am Berg, mehr Leistung benötigt wird, dann springt die Batterie ein. Die hat noch eine gewisse Reserve, weil sie schon bei ca. 30% Restladung als leer angezeigt wird. Nach dem Überholen wird die Batterie dann wieder auf die 30% nachgeladen.

Sollte an einem langen Berg die Batteriereserve nicht ausreichen, zeigt das Auto die Meldung „Reduzierte Antriebsleistung“ an, und fährt nur noch mit 54kW. Im Gebirge ist es mit seinen 1,7t Gewicht dann recht lahm. Um das zu verhindern, stehen dem Fahrer verschiede Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Im „Halten“-Modus schaltet das Auto auf Range Extender Betrieb um und versucht, die Batterie auf dem aktuellen Level zu halten.
  • Im „Berg“ wird der Range Extender genutzt, um eine leere die Batterie wieder auf ein bestimmtes Level zu laden.

Damit kann man es sich so einrichten, daß man vor langen Steigungen noch genügend Reserve in der Batterie hat, und die volle Antriebsleistung zur Verfügung steht.

Ein Laden der Batterie mit dem Range Extender ist, abgesehen vom „Berg“-Modus, nicht vorgesehen. Laden ist nur an der Steckdose möglich. Das ist übrigens auch der große Unterschied zum Toyota Prius: Der Prius ist ein Auto mit Benzinmotor, der durch einen Elektromotor unterstützt wird, und daher rekuperieren kann und in einem optimalen Leistungsbereich arbeiten kann. Der Ampera ist ein Elektroauto, das mit Strom fahren soll, und den Benzimotor nur zur Reichweitenverlängerung hat.

Parkplatz

Am hiesigen Supermartkt gibt es einen Fahrradparkplatz.

Das ist nicht einfach nur ein Platz wo man sein Fahrrad abstellen kann. Das ist ein richtiger Parkplatz. Mit einem abschließbaren Fahrradständer für jedes Fahrrad. Und einem Parkautomat.

Abschließbar ist der Fahrradständer natürlich nicht als Diebstahlschutz, sondern nur damit man nicht vergisst, vor dem Abholen die Parkgebühr zu bezahlen.

Sowas gibt es nur in Japan.
Und die Japaner nutzen das auch noch.

Weihnachten

Die Japaner feiern ja kein Weihnachten, aber an der Weihnachtsbeleuchtung sparen sie nicht. Pünktlich zum 1. November wird sie aufgehängt (wahrscheinlich in einem Arbeitsgang mit dem Entfernen der Halloween-Dekoration), und die Geschäfte spielen nur noch Weihnachtsmusik.

Ich vermute stark, dass das alles am 26. Dezember durch die Valentins-Dekoration ersetzt wird.

 

Smartphones

Smartphones sind ja praktisch (insbesondere in Japan, denn dort funktionieren gewöhnliche europäische GSM-Telefone nicht – nur UMTS oder besser). Normalerweise verkriechen sich die Japaner in der Bahn immer hinter ihren Handys. Das kann ich nachvollziehen. Aber warum sie in Nagoya in den Park gehen, um sich mit ihrem Handy zu beschäftigen, das verstehe ich nicht.

Türkisches Frühstück

Das türkische Frühstück hat mich durchaus positiv überrascht. Neben Eiern, Omlett, gebratenen Würstchen und Kartoffeln gibt es eine riesige Auswahl an Käse, außerdem Brötchen, Gebäck, Oliven, Obst, und Müsli. Und Honig direkt aus der Bienenwabe.

Und natürlich Kellner, die die leeren Teller wegtragen, noch bevor man den letzten Bissen richtig runtergeschluckt hat. Aber das scheint in der Türkei überall so zu sein.

Elektroauto

Mit einem Elektroauto hat man ja immer das Problem, daß irgendwann die Batterie leer ist. Und dann kann man möglicherweise nicht einfach zur nächsten Tankstelle fahren und es in drei Minuten wieder aufladen.

Gut, angeblich kann man es in 30 Minuten wieder zu 80% aufladen. Man muss nur halt die längeren Fahrten im Voraus planen, mit entsprechend längeren Pausen an den Elektrotankstellen. Von denen es ja nicht so viele gibt – und von denen man im Voraus wohl auch nicht weiß, ob sie gerade dann frei sind, wenn man Laden möchte.

Das ist also in meinen Augen noch nicht optimal. Man wird zwar bei über 90% aller Fahrten keine Probleme haben, aber bei den wenigen längeren Fahrten hat man dann das Ladeproblem – oder muß ein Auto mieten.

Es wäre doch ideal, wenn so ein Elektroauto sein eigenes Notstromaggregat mitbringt. Das gibt es auch, nennt sich dann „Range Extender“. Sowas hat zum Beispiel Opel in den Ampera eingebaut: 40-80km rein elektrisch, und dann praktisch beliebig weit mit dem Range Extender.

Den Ampera gab es von 2012-2016. Er war kein großer Verkaufserfolg, obwohl er von allen Kritiken gelobt worden ist. Vermutlich war er mit fast 50.000€ zu teuer. Aber dafür hat Opel damals auch fast alles verfügbare Zubehör serienmäßig eingebaut.

Und heute? Heute gibt es gebrauchte Amperas für unter 15.000 € zu kaufen.

Mal sehen, ob ich den mit meinem Solarstrom betreiben kann…

Photovoltaik

So, endlich ist meine Photovoltaik installiert. Vier Mann waren einen ganzen Tag damit beschäftigt, inklusive Gerüst auf- und abbauen und Verkabelung im Haus. Die ging glücklicherweise leichter als gedacht – während ich mir noch Gedanken gemacht habe, wie man das Kabel am Besten durch den zugemauerten Installationsschacht bekommt, hat der Vorarbeiter es schon durchgefädelt.

Jetzt habe ich 30 Solarpanels auf dem Dach, insgesamt 9kW. Laut Prognose sollen sie 8100 kWh Strom im ersten Jahr produzieren – und in jedem folgenden Jahr 1% weniger, wegen der Alterung.

Bisher produzieren sie noch gar nichts, weil die Stadtwerke erst noch den Zähler einbauen und abnehmen müssen. All das schöne Wetter wird verschwendet …