Über den Speicher in Android-Geräten

Mein Telefon hat 4GB Speicher und eine 8GB SD-Karte. Warum beschwert es sich dauernd, daß der Speicher voll wäre?

Android teilt den Speicher intern in verschiedene Bereiche auf:

Telefonspeicher

Ein sehr unglücklicher Name, denn das ist nicht einfach der im Telefon eingebaute Speicher, sondern nur ein kleiner Teil davon. Alle Apps werden in den Telefonspeicher installiert. Dieser befindet sich im Dateisystem unter /data. Mit einem Dateimanager erscheint /data leer, nur bei einem gerooteten Telefon sieht man die einzelnen Pakete.

Wieviel Telefonspeicher man hat, sieht man unter Einstellungen -> Speicher. Mein Telefon hat hier nur 748MB der 4GB, und das ist der Teil, der bei mir immer zu klein ist. Schließlich braucht eine große App (wie zum Beispiel Chrome oder Angry Birds) leicht mehr als 50MB.

Interner Speicher

Der Interne Speicher befindet sich unter /mnt/sdcard. Das ist ebenfalls sehr unglücklich gewählt, weil er sich eben nicht auf der SD-Karte befindet, sondern Teil der fest eingebauten 4GB ist. Hier werden Fotos, Musik, Filme und andere große Daten gespeichert. Unter Einstellungen -> Apps -> Intern sieht man, wieviel davon noch frei ist. Mein Telefon hat hier 2GB, und noch 25% davon frei (und man könnte leicht mehr frei machen, indem man Musik, Fotos oder den Cache einiger Apps löscht).

Man kann den Internen Speicher auch zum Teil für Apps nutzen: Unter Einstellungen -> Apps -> Heruntergeladen eine App auswählen, und dann „In intern. Speicher verschieben“. Das funktioniert aber nicht für alle Apps – wenn eine App Widgets, Live-Hintergründe oder Hintergrund-Dienste mitbringt, lässt sie sich nicht verschieben.

SD-Karte

Das ist nun wirklich die SD-Karte. Mit einem Dateimanager findet man sie unter /mnt/ext_card.
Die SD-Karte lässt sich nur für Daten wie Filme, Musik oder Fotos nutzen, für Offline-Landkarten, Offline-Wikipedia, oder Backups. Um Daten auf die SD-Karte zu schreiben benötigt eine App eine spezielle Berechtigung (die man beim Installieren bestätigen muss).
Auf der SD-Karte ist bei mir immer genug Platz – und notfalls lässt sie sich ja auch ganz leicht gegen eine Größere Karte tauschen. Aber mehr Platz für Apps bekommt man damit nicht.

Schlussfolgerungen

Die SD-Karte bietet viel Platz und lässt sich leicht vergrößern. Folglich sollte man bei jeder App prüfen, ob sie die SD-Karte nutzen kann. Das gilt insbesondere für Apps, die viele Daten benötigen oder produzieren (Fotos, Musik, E-Books, Karten, etc).

Den dadurch freien Internen Speicher kann man nutzen, um dort die Apps hinzuverschieben, bei denen das möglich ist. Dadurch wird mehr von dem wertvollen Telefonspeicher frei, den man für Apps braucht.

Mein Tablet scheint übrigens eine etwas andere Aufteilung zu haben: Hier gibt es keine Trennung zwischen Telefonspeicher und Internem Speicher. Das hat den großen Vorteil, daß man Fotos löschen könnte, um Platz für Apps zu bekommen.

RAM

RAM ist ein anderes Thema. Der RAM enthält die Apps, die momentan laufen – entweder als Dienst, oder weil der Benutzer sie gestartet hat. Bei Android werden Apps nicht beendet, wenn man sie schließt, sondern eher „minimiert“. Sie bleiben im Speicher und warten im Hintergrund, bis man sie wieder braucht. Wenn der freie RAM-Speicher knapp wird, beendet das System selbständig einige der Apps im Hintergrund. Generell heißt es, man soll sich als Benutzer keine Gedanken um den RAM machen.

Ich habe aber beobachtet, daß der RAM so knapp wurde, daß das System anfing, Hintergrunddienste zu schließen. Die haben sich dann von selbst wieder gestartet, wodurch wieder andere Dienste geschlossen wurde. Dadurch wurde das Telefon unbenutzbar langsam und merklich warm. Was die genaue Ursache war, habe ich nicht herausgefunden. nach einem Reboot war das Problem behoben.
Der Aktuelle zustand des RAMs lässt sich unter Einstellungen -> Apps -> Läuft anzeigen.

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